Der Ballon in Asseln – ein Schachtzeichen im wahrsten Sinne des Wortes

Die Aktion SchachtZeichen hat es sich im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 zur Aufgabe gemacht, durch das Auflassen von über 350 Ballonen über ehemaligen Schachtanlagen die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden.

Und so wird es auch in Asseln sein: Vom 22. Mai steigt für neun Tage über dem Luftschacht der ehemaligen Zeche Holstein, also genau dort, wo es früher in die Tiefe ging, ein großer gelber Ballon bis zu 80 m in die Höhe. Somit ist der Asselner Ballon ein Schachtzeichen im wahrsten Sinne des Wortes.

Um das Hochlassen beziehungsweise Herunterholen des Ballons kümmern sich Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins DO-Asseln und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Asseln, die eigens dafür geschult wurden.

Erinnern soll der Ballon daran, dass auch Asseln durch den Bergbau nachhaltig geprägt wurde. Nach der Aufnahme der regelmäßigen Förderung auf der Zeche Holstein im Jahr 1877 wuchs die Einwohnerzahl in Asseln rapide an. Die Zeche und die Zuwanderer, die überwiegend aus der preußischen Provinz Westfalen kamen, ließen Asseln im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts innerhalb von nur einer Generation von einer bäuerlich zu einer industriell geprägten Siedlung werden. Wo früher Getreide angebaut wurde, bedeckten nun Fördertürme, Zechengebäude und zwei Eisenbahnlinien das Gelände. Und dass Asseln heute mit 8769 Einwohnern (31.12.2009) zu den größeren Dortmunder Vororten gehört, liegt hauptsächlich an den Zuwanderungsgewinnen aus jener Zeit.

Und was die Gegenwart angeht, so ist jedes Bild von einem gelben Ballon gleichzeitig auch ein Hinweis auf den Strukturwandel und auf die heute überwiegend grüne Landschaft im Ruhrgebiet. Deshalb sollte der Erfolg der SchachtZeichen nicht allein an den neun Tagen im Mai gemessen werden, sondern auch an dem längerfristigen Nutzen für unsere Region, der sich aus der Verbesserung der Kenntnisse über das Ruhrgebiet ergibt.

Es muss aber nicht nur auf den Ballon gestarrt werden. Unter dem Ballon und im Nahbereich des Ballons hat der Heimat- und Geschichtsverein DO-Asseln ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt:

„Aktion SchachtZeichen“

Programm in DO-Asseln

  •  Samstag, 22. Mai 2010, 11.30 bis 14.30 Uhr * Betriebshof der Freiwilligen Feuerwehr Asseln, Donnerstraße 28a * „Eröffnungsveranstaltung im Stadtbezirk DO-Brackel / Stadtteil DO-Asseln“ * Mittelpunkt der Veranstaltung ist das Auflassen des Ballons um 12.00 Uhr genau über der Abdeckung des ehemaligen Luftschachts der Zeche Holstein. Somit ist der Ballon in Asseln ein Schachtzeichen im wahrsten Sinn des Wortes. Ab 13.00 Uhr referiert Gabriele Unverferth in der ehemaligen Waschkaue über die „Geschichte der Zeche Holstein“.Musikalisches Rahmenprogramm: Posaunenchor der ev.-luth. Kirchengemeinde Asseln
  • Samstag, 22 Mai 2010, bis Sonntag 30. Mai 1010, jeweils von 12.00 bis 18.00 Uhr * Deutsches Rotes Kreuz, Veranstaltungsraum, Briefsweg 14 * „Die Zeche Holstein in historischen Fotografien“ * Auf insgesamt 30 großformatigen Fotografien wird die Geschichte der Zeche Holstein anschaulich dargestellt. Eine fachkundige Erklärung ist gewährleistet.
  • Mittwoch, 26. Mai 2010, 18.00 bis 20.30 Uhr * Start: Betriebshof der Freiwilligen Feuerwehr Asseln, Donnerstraße 28 a * Ende: Eingang zur Bergehalde an der Aplerbecker Straße (in der Nähe der Einmündung der Asselner Straße) * „Wanderung unter bergbaugeschichtlichen Aspekten von der Zeche Holstein zur Bergehalde Schleswig“ * Bitte beachten Sie: Auf der Halde führt die Strecke teilweise über nicht ausgebaute Wege; zudem ist dort ein Höhenunterschied von etwa 40 m zu überwinden!
  • Samstag, 29. Mai 2010, 14.30 bis 15.15 * Deutsches Rotes Kreuz, Veranstaltungsraum, Briefsweg 14 * „Die Drahtseilbahnen von der Halde Schleswig nach Kurl und Scharnhorst“ (Referent: Peter Kocbeck) * In seinem Referat stellt Peter Kocbeck ein längst vergessenes Transportmittel vor, das von 1904 bis in die 1930er Jahre das Landschaftsbild am Asseln/Brackeler Hellweg bestimmte.
  • Samstag, 29. Mai 2010, 15.45 bis 16.30 * Deutsches Rotes Kreuz, Veranstaltungsraum, Briefsweg 14 * „Der Bergarbeiterstreik von 1889 und die Rolle der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung“ (Referent: Klaus Coerdt) * Viele Aspekte des Bergarbeiterstreiks von 1889 stellt Klaus Coerdt anhand von Sitzungsprotokollen des Evangelischen Arbeiter- und Bürgervereins Asseln dar.

450 Jahre Einführung der Reformation in Asseln

In Asseln gibt es, wie in den meisten kleineren Dörfern der Grafschaft Mark auch, kaum sichere Angaben zur Reformationsgeschichte. Urkundlich ist belegt, dass am 16.03.1560 Stephanus Erlemann auf Vorschlag des Landesherrn Herzog Wilhelm von Kleve als neuer Pfarrer hierhin berufen wurde. Ausgehend von der Urkunde aus dem Jahr 1560 beschreibt Klaus Coerdt in seinem Referat „450 Jahre Einführung der Reformation in Asseln“ zunächst die kirchenpolitische Situation in der Grafschaft Mark. Weil sich die Landesherren nicht entscheiden konnten, herrschte bei uns über Jahrzehnte in der Religionsfrage Führungslosigkeit. Daher blieb einer reformationswilligen Gemeinde wie Asseln nichts anderes übrig, als von sich aus die Initiative zu ergreifen und die Reformation selber durchzuführen. Abgeschlossen wird der Vortrag mit Ausführungen zu der Art und Weise, wie Pfarrer Erlemann bei der Einführung der Reformation in Asseln vermutlich vorgegangen war.

Gäste sind herzlich willkommen.

Der Vortrag beginnt am 12. April 2010, um 19.30 Uhr im Restaurant „Zum Bürgerkrug“, Am Hagedorn 24, Dortmund-Asseln.